Basilikum aus Stecklingen vermehren: Anleitung, Zeitpunkt & Pflegetipps

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Basilikum aus Stecklingen vermehren: Anleitung, Zeitpunkt & Pflegetipps

Basilikum aus Stecklingen vermehren: Anleitung, Zeitpunkt & Pflegetipps

Intro für die Basilikum-Stecklingsvermehrung

Die Vermehrung von Basilikum über Stecklinge ist eine kostengünstige und effektive Methode, um aus einer Mutterpflanze zahlreiche neue Exemplare zu gewinnen. Besonders für Hobbygärtner bietet diese Technik den Vorteil, dass beliebte Sorten identisch reproduziert werden können – anders als bei der Aussaat, wo es zu Abweichungen kommen kann.

Im DACH-Raum lässt sich die Stecklingsvermehrung von Basilikum ganzjährig im Haus durchführen, während die Freilandkultur von Mai bis September möglich ist. Die bewurzelten Stecklinge entwickeln sich bei optimalen Bedingungen innerhalb von 2-3 Wochen zu kräftigen Jungpflanzen.

Wann pflanzen

Die ideale Zeit für die Stecklingsvermehrung liegt zwischen März und August. In dieser Periode sind die Wachstumsbedingungen mit Temperaturen zwischen 20-25°C und ausreichend Tageslicht optimal. Die Bewurzelung erfolgt am besten bei Substrattemperaturen von 22-24°C.

Für die ganzjährige Vermehrung im Haus benötigen Sie zusätzliche Beleuchtung in den lichtarmen Monaten. Eine Grundvoraussetzung ist eine gesunde, kräftige Mutterpflanze, die mindestens 15-20 cm hoch ist und noch keine Blüten gebildet hat.

Zeitplan nach Region

In kühleren Regionen (über 800 m Höhe) sollte die Freilandkultur erst ab Juni beginnen. In geschützten, warmen Lagen können bereits ab Mitte Mai bewurzelte Stecklinge ins Freie gepflanzt werden, sofern keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.

Beste Zeit zum Pflanzen

wie man basilikum aus stecklingen anbaut

Die optimale Pflanzzeit für bewurzelte Basilikum-Stecklinge ins Freiland liegt zwischen Mitte Mai und Ende Juli. In dieser Phase ermöglichen Tagestemperaturen von 18-25°C und Nachttemperaturen über 12°C ein zügiges Anwachsen.

Für die Kultur im Gewächshaus oder auf der Fensterbank können Sie das ganze Jahr über Stecklinge bewurzeln lassen. Beachten Sie dabei, dass die Pflanzen von Oktober bis Februar zusätzliches Licht benötigen, um vital zu bleiben.

Beste Basilikum-Sorten für Stecklinge

Nicht alle Basilikumsorten eignen sich gleich gut für die Stecklingsvermehrung. Besonders erfolgversprechend sind großblättrige, robuste Sorten mit kräftigem Wuchs.

  • Genovese – Klassische italienische Sorte mit ausgezeichneter Bewurzelungsneigung
  • Großes Grünes – Robust und schnellwüchsig, ideal für Anfänger
  • Thai-Basilikum – Würzig-intensiv, bildet leicht Wurzeln
  • Griechisches Basilikum – Kompakt wachsend, gut für Topfkultur
  • Lettuce Leaf – Großblättrig, schnelle Bewurzelung

Wie man Basilikum-Stecklinge pflanzt

Vorbereitung der Stecklinge

Schneiden Sie 8-10 cm lange Triebspitzen mit mindestens 2-3 Blattpaaren direkt unter einem Knoten ab. Entfernen Sie die unteren Blätter, sodass 4-5 cm des Stängels frei sind. Der Schnitt sollte mit einem scharfen, sauberen Messer erfolgen.

Bewurzelungsmedium

Verwenden Sie eine lockere Mischung aus Anzuchterde und Perlit im Verhältnis 70:30. Das Substrat sollte einen pH-Wert von 6,0-6,5 aufweisen. Alternativ können Sie die Stecklinge auch in Wasser bewurzeln.

Pflanzvorgang

Stecken Sie die vorbereiteten Triebe etwa 3-4 cm tief in das feuchte Substrat. Der Pflanzabstand sollte 5-7 cm betragen. Bei der Wasserbewurzelung tauchen Sie die Stecklinge 2-3 cm tief in chlorfreies Wasser.

Wie man Basilikum aus Stecklingen kultiviert

Standortbedingungen

Platzieren Sie die Stecklinge an einem hellen, aber nicht vollsonnigen Standort bei 20-25°C. Eine Luftfeuchtigkeit von 60-70% fördert die Bewurzelung. Mini-Gewächshäuser oder durchsichtige Plastiktüten helfen, diese Bedingungen zu schaffen.

Bewässerung

Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Bei Wasserbewurzelung wechseln Sie das Wasser alle 2-3 Tage. Nach erfolgreicher Bewurzelung reduzieren Sie die Wassergaben auf normales Gießen nach Bedarf.

Pflege während der Bewurzelung

Kontrollieren Sie täglich die Feuchtigkeit und lüften Sie bei Abdeckung kurz durch. Nach etwa 10-14 Tagen sollten sich erste Wurzeln gebildet haben. Dann können Sie die Abdeckung schrittweise entfernen.

Pflege & Bewässerung

Nach erfolgreicher Bewurzelung topfen Sie die Jungpflanzen in 10-12 cm Töpfe um. Verwenden Sie nährstoffreiche Kräutererde mit einem pH-Wert von 6,0-6,8. Gießen Sie moderat, sodass das Substrat nie austrocknet, aber auch nicht dauerhaft nass ist.

Die Düngung beginnt etwa 3 Wochen nach dem Umtopfen mit einem organischen Kräuterdünger (alle 2-3 Wochen). Im Sommer benötigen die Pflanzen an heißen Tagen bis zu 100 ml Wasser pro Topf, im Winter deutlich weniger.

Verständnis von Schossen (Bolting) bei Basilikum

Schossen bezeichnet die vorzeitige Blütenbildung, die bei Basilikum durch Stress ausgelöst wird. Hauptursachen sind Temperaturschwankungen, zu wenig Wasser oder Nährstoffmangel. Bei Stecklingen tritt dies seltener auf als bei ausgesäten Pflanzen.

Um das Schossen zu vermeiden, sollten Sie regelmäßig die Triebspitzen auskneifen und konstante Wachstumsbedingungen schaffen. Geschossene Pflanzen entwickeln einen bitteren Geschmack und sollten für neue Stecklinge nicht mehr verwendet werden.

Warum wird Basilikum bitter?

Bitterkeit bei Basilikum deutet auf Stressfaktoren oder falsche Pflege hin.

  • Wassermangel – Führt zu Konzentration der Bitterstoffe; regelmäßig, aber maßvoll gießen
  • Überalterung – Zu alte Blätter werden bitter; regelmäßig ernten und zurückschneiden
  • Nährstoffmangel – Besonders Stickstoffmangel fördert Bitterkeit; alle 2-3 Wochen düngen
  • Zu viel direkte Sonne – Verursacht Stress; leichte Schattierung an heißen Tagen

Begleitpflanzen für Basilikum

Basilikum harmoniert besonders gut mit anderen mediterranen Kräutern und Gemüsepflanzen. Tomaten profitieren von der natürlichen Schutzwirkung des Basilikums gegen bestimmte Schädlinge, während Petersilie und Oregano ähnliche Standortansprüche haben.

Ungünstige Nachbarn sind Salbei und Rosmarin, da diese zu viel Feuchtigkeit entziehen und andere Nährstoffansprüche haben.

Saisonkalender

Ein durchdachter Zeitplan ermöglicht kontinuierliche Basilikum-Ernte.

  • März-April: Erste Stecklinge von überwinterten Pflanzen schneiden
  • Mai-Juni: Bewurzelte Stecklinge ins Freiland oder größere Töpfe setzen
  • Juli-August: Regelmäßige Ernte und neue Stecklinge für Herbstkultur
  • September: Letzte Freiland-Stecklinge einpflanzen
  • Oktober-Februar: Indoor-Kultur unter Zusatzlicht

Probleme & Lösungen

Häufige Schwierigkeiten bei der Stecklingsvermehrung und ihre Behebung:

Problem Schnelle Lösung
Stecklinge welken Luftfeuchtigkeit erhöhen, Abdeckung verwenden
Keine Wurzelbildung Temperatur auf 22-24°C erhöhen, frischen Schnitt setzen
Fäulnis am Stängel Weniger gießen, bessere Luftzirkulation schaffen
Blätter werden gelb Lichtverhältnisse verbessern, Staunässe vermeiden
Schimmelbildung Substrat trockener halten, mehr lüften

Häufige Fragen zum Anbau von Basilikum aus Stecklingen

Die erfolgreiche Vermehrung von Basilikum wirft oft spezifische Fragen auf. Besonders Anfänger sind unsicher bezüglich der richtigen Technik und Pflege.

  • Wie lang sollten Basilikum-Stecklinge sein? Optimal sind 8-10 cm mit 2-3 Blattpaaren.
  • Wie oft muss ich gießen? Substrat gleichmäßig feucht halten, nicht durchnässen.
  • Wann kann ich ernten? Erste Ernte etwa 3-4 Wochen nach der Bewurzelung möglich.
  • Brauche ich Bewurzelungshormon? Nein, Basilikum bewurzelt auch ohne Hormone gut.
  • Wie viele Stecklinge pro Topf? Maximal 3-4 Stecklinge in einen 12-cm-Topf.