Koriander wassersparend anbauen: Wann pflanzen, beste Sorten & Pflege
Intro für wassersparenden Korianderanbau
Koriander (Coriandrum sativum) ist ein vielseitiges Küchenkraut, das sich auch mit reduziertem Wassereinsatz erfolgreich kultivieren lässt. Die einjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und ist daher von Natur aus an trockenere Bedingungen angepasst. In der DACH-Region gedeiht Koriander sowohl im Freiland als auch in Töpfen und Hochbeeten.
Seine genetische Anpassungsfähigkeit an karge Standorte macht Koriander zu einer idealen Kultur für wassersparende Anbaumethoden. Die Pflanze entwickelt ein tiefreichendes Wurzelsystem, das effizient Wasser aus tieferen Bodenschichten aufnehmen kann. Mit den richtigen Anbautechniken lässt sich der Wasserbedarf auf etwa 40% der üblichen Bewässerungsmenge reduzieren.
Wann pflanzen
Die optimale Pflanzzeit für wassersparenden Korianderanbau liegt im Freiland zwischen Mitte April und Ende Juli. Der Boden sollte sich auf mindestens 15°C erwärmt haben, damit die Samen zügig keimen. Eine Bodentemperatur von 18-22°C ist ideal für die Wurzelentwicklung und fördert die Ausbildung wasserspeichernder Wurzelstrukturen.
Voranzucht und Direktsaat
Die Voranzucht beginnt 4-6 Wochen vor dem geplanten Auspflanzen bei 20°C Raumtemperatur. Für die Direktsaat eignen sich besonders die Morgenstunden, wenn der Boden noch feucht ist. Nach den letzten Frösten kann ab Mitte April direkt ins Freiland gesät werden.
Beste Zeit zum Pflanzen

In kühleren Regionen der DACH-Länder (über 600 m Höhe) erfolgt die Aussaat optimal von Mai bis Juni. In milden Lagen ist eine Pflanzung von April bis August möglich, wobei extreme Hitzeperioden im Hochsommer vermieden werden sollten.
Für eine kontinuierliche Ernte empfiehlt sich eine gestaffelte Aussaat alle 3-4 Wochen. Die letzte Aussaat sollte spätestens 8 Wochen vor dem ersten Frost erfolgen. Jungpflanzen werden idealerweise an bewölkten Tagen oder abends eingepflanzt, um Verdunstungsverluste zu minimieren.
Beste Koriander-Sorten für wassersparenden Anbau
Für den wassersparenden Anbau eignen sich besonders Sorten mit ausgeprägter Trockenheitstoleranz und langsamer Schossneigung.
- ‘Marino’: Kompakte Sorte mit feinem Laub, sehr hitzetolerant und wassersparend, ideal für Töpfe
- ‘Slowbolt’: Schossfeste Sorte mit kräftigem Wuchs, gute Trockenheitstoleranz
- ‘Calypso’: Ertragreiche Sorte mit breiten Blättern, wasserspeichernd und hitzebeständig
- ‘Confetti’: Feingliedrige Blätter, geringer Wasserbedarf, optimal für Balkon
- ‘Thüringer’: Robuste deutsche Landsorte, gut an trockene Bedingungen angepasst
- ‘Santo’: Kompakt wachsend, schossfest, ideal für wassersparenden Anbau im Kübel
Wie man Koriander wassersparend pflanzt
Standort und Boden
Der ideale Standort ist halbschattig bis sonnig, wobei in heißen Regionen leichte Beschattung vorteilhaft ist. Der Boden sollte humos und tiefgründig sein, mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5. Eine 5 cm starke Schicht aus reifem Kompost verbessert die Wasserspeicherung.
Abstand und Tiefe
Pflanzabstände von 20-25 cm zwischen den Reihen und 15-20 cm in der Reihe ermöglichen eine optimale Wurzelentwicklung. Die Saattiefe beträgt 1-2 cm, bei Jungpflanzen wird bis zum ersten Blattpaar gepflanzt.
Wassersparendes Angießen
Nach der Pflanzung wird mit 1-2 Litern pro m² moderat angegossen. Eine Mulchschicht aus Grasschnitt oder Stroh (3-4 cm stark) reduziert die Verdunstung erheblich.
Wie man Koriander wassersparend anbaut
Bewässerung
Die Bewässerung erfolgt gezielt und sparsam: 2-3 Liter pro m² alle 5-7 Tage, bei Topfkultur 100-200 ml pro 5-Liter-Topf. Morgens oder abends gießen, Wassertemperatur idealerweise 18-20°C.
Düngung
Eine Grunddüngung mit 30 g/m² organischem Dünger zu Saisonbeginn reicht meist aus. Während der Hauptwachstumsphase alle 4 Wochen mit 20 g/m² Hornmehl nachdüngen.
Mulch und Pflege
Eine 3-4 cm dicke Mulchschicht aus Stroh oder Grasschnitt reduziert die Verdunstung um bis zu 70%. Regelmäßiges Hacken der oberen Bodenschicht verhindert Kapillarbildung und Wasserverlust.
Pflege und Bewässerung
Die wichtigste Pflegemaßnahme ist die bedarfsgerechte Wasserversorgung. Der Boden sollte in 5 cm Tiefe leicht feucht sein – die Fingerprobe gibt Aufschluss. Morgendliche Taubildung kann durch Vliesabdeckung länger gehalten werden.
Stresssignale wie welke oder sich verfärbende Blätter deuten auf Wassermangel hin. In diesem Fall die Gießmenge temporär auf 4-5 Liter/m² erhöhen. Eine Schattierung aus Vlies reduziert an heißen Tagen die Verdunstung um bis zu 40%.
Verständnis von Schossen (Bolting) bei Koriander
Schossen bezeichnet die vorzeitige Blütenbildung, die durch Stress wie Wassermangel, Hitze über 25°C oder zu lange Tageslichtphasen ausgelöst wird. Die Pflanze stellt dann das vegetative Wachstum ein und bildet einen Blütenstand.
Durch gleichmäßige Wasserversorgung und Temperaturregulierung mittels Mulch und Schattierung lässt sich das Schossen hinauszögern. Schossfeste Sorten wie ‘Slowbolt’ oder ‘Marino’ sind weniger anfällig. Bei ersten Anzeichen des Schossens die Pflanzen bodennah abschneiden und neu aussäen.
Warum wird Koriander bitter?
Bitterer Geschmack ist oft ein Zeichen von Stresssituationen bei der Kultur.
- Extremer Wassermangel: Gleichmäßige Bewässerung mit 2-3 L/m² alle 5-7 Tage sicherstellen
- Zu intensive Sonneneinstrahlung: Leichte Beschattung an heißen Tagen über 28°C
- Nährstoffmangel: Organische Düngung mit 30 g/m² Kompost zu Kulturbeginn
- Überreife: Regelmäßige Ernte junger Blätter alle 7-10 Tage
Begleitpflanzen für Koriander
Geeignete Nachbarpflanzen können den wassersparenden Anbau unterstützen. Höhere Pflanzen wie Tomaten oder Mais spenden Schatten und reduzieren die Verdunstung. Flach wurzelnde Kulturen wie Salate ergänzen sich gut mit dem tiefwurzelnden Koriander.
Ungünstige Nachbarn sind stark zehrende Kulturen wie Kohl oder Fenchel, die um Wasser und Nährstoffe konkurrieren.
Saisonkalender
Ein angepasster Zeitplan optimiert den Wasserverbrauch über die Saison.
- März: Voranzucht bei 20°C
- April: Erste Freilandaussaat, Grunddüngung
- Mai-Juli: Gestaffelte Aussaat alle 3-4 Wochen
- Juni-September: Regelmäßige Ernte, sparsame Bewässerung
- August: Letzte Aussaat für Herbsternte
- September-Oktober: Ernteabschluss vor Frost
Probleme & Lösungen
Typische Herausforderungen beim wassersparenden Anbau:
| Problem | Schnelle Lösung |
|---|---|
| Welke Blätter | Morgens/abends 3-4 L/m² gießen, Mulchschicht verstärken |
| Gelbliche Blätter | Hornmehl (20 g/m²) einarbeiten, Wassermenge prüfen |
| Vorzeitiges Schossen | Schattierung anbringen, Wassergaben erhöhen |
| Langsames Wachstum | Bodentemperatur prüfen, ggf. schwarze Mulchfolie |
| Blattkrankheiten | Luftzirkulation verbessern, nur an Wurzeln gießen |
Häufige Fragen zum wassersparenden Korianderanbau
Die richtige Bewässerungsstrategie ist entscheidend für den Erfolg. Dabei helfen angepasste Techniken und genaue Beobachtung der Pflanzen.
- Wie oft gießen? Im Freiland alle 5-7 Tage mit 2-3 L/m², bei Topfkultur alle 2-3 Tage mit 100-200 ml pro 5-L-Topf.
- Minimale Topfgröße? Mindestens 5 Liter Volumen, besser 10 Liter für optimale Wurzelentwicklung.
- Optimaler Pflanzabstand? 20-25 cm zwischen den Reihen, 15-20 cm in der Reihe für effiziente Wassernutzung.
- Hitzetoleranz? Bis 28°C bei guter Wasserversorgung, darüber Schattierung nötig.
- Ernteintervall? Alle 7-10 Tage junge Blätter ernten, nie mehr als 1/3 der Pflanze.

